Industrie 4.0 - Übergreifende strategische Aktivitäten

 

Die seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts fortschreitende Durchdringung von Industrie und Verwaltung mit Digitaltechnik hat zu einer Vielzahl von Insellösungen geführt, die nicht direkt miteinander kommunizieren können. Punktuell ist das Problem durch zentrale Applikationen von einzelnen Herstellern, primär im Bereich ERP und PLM, zwar gemildert aber nicht gelöst worden.

Vor diesem Hintergrund begann in 2011 die Diskussion zur Standardisierung und Integration der IT-Komponenten, die in 2012 mit den Umsetzungsempfehlungen des Arbeitskreises Industrie 4.0 erstmals als Konzept dargestellt wurden. In 2013 wurde der Abschlussbericht des Arbeitskreises übergeben und zusätzlich die Plattform Industrie 4.0 von Bitkom, VDMA und ZVEI gegründet.

Der wesentlichste Kritikpunkt ist zur Zeit, dass außer Gremienarbeit und Maßnahmenempfehlungen keine belastbaren Ergebnisse vorliegen. Damit sind die auf Standardisierung und Integration beruhenden Ziele des Netzwerkes natürlich in Frage gestellt. Es bleibt abzuwarten, ob die neu gestaltete Struktur zu konkreten Anwendungen führen wird.

Parallel zur deutschen Aktivität wurde in den USA das „Industrial Internet Consortium (IIC)“, ebenfalls als Non-Profit Organisation, gegründet. Die Zielsetzungen entsprechen denen der deutschen Aktivitäten. Es ist abzusehen, dass die Geschwindigkeit der Umsetzung den Wettbewerb zwischen beiden Ansätzen und damit auch die Dominanz der entsprechenden Industrien entscheiden wird.

Zusätzlich hat China mit “Made in China 2025” eine eigene Initiative zum gleichen Themenblock aufgesetzt. Momentan ist noch nicht absehbar, welche Auswirkungen das auf die globale Struktur haben wird.